Hildesheimer Allgemeine Zeitung
28.03.2006
Erste Güte
Camerata Vocale Hannover glänzte im Domkonzert
... Man begann frisch mit Hans-Leo Hasslers Vertonung des 96. Psalms "Cantate Domino canticum novum". Und was für einen ausgesprochenen Chorklang konnte man da erleben. Vollkommen ausbalanciertes Stimmverhältnis, weicher, geschmeidiger Klang, perfekte Textverständlichkeit: Das sind offenbar die Markenzeichen des glänzend disponierten Ensembles, das unter dem genauen und inspirierenden Dirigat von Hans-Dieter Reinecke zu Höchstform auflief.
Vorbildliche Gestaltung
Und so gelangen auch Heinrich Schütz’ Vertonung des 5. Psalms "Verba mea auribus percipe" und der Psalmen 42 und 43 "Was betrübst du dich, meine Seele" aus Johann Hermann Scheins "Israelsbrünnlein" vorbildlich. Gleiches gilt auch für die Wiedergabe von Bachs Motette BWV 230 "Lobet den Herrn, alle Heiden". Glänzend wurde hier interpretiert, da gab es kein Gemauschel und Gemurmel, vielmehr gelang es dem Ensemble, die polyphone Struktur des kleinen Meisterwerks klar und durchsichtig zu gestalten.
Szenisch gedachte Musik
Herrlich gestalteten sie die durchweg szenisch gedachte Musik Kodálys, folgten der Dramaturgie dieses Werkes vorbildlich und bereiteten somit den großen Abschluss des Abends: die aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts stammende doppelchörige Messe aus der Feder Frank Martins vor. Hier gaben die Sänger noch einmal ihr Bestes. Da stand die Expressivität des "Kyrie" sinnfällig neben dem großen Wohlklng des "Gloria" und dem erschütternden Klagegesang des "Agnus Dei". Eine beeindruckende Darstellung.
Schaumburger Nachrichten
27.06.2005
...Die Gäste aus der Landeshauptstadt präsentierten sich zunächst wunderschön austariert mit "Cade la sera" von Pizzetti und Koerpens "Quiete". Unter feinnerviger Leitung von Hans-Dieter Reinecke überzeugte das Ensemble durch seine bestechende Stringenz. Dezent und sehr professionell dargeboten, folgte Poulencs musikalisches Kleinod, die Kantate "Un soir de neige". Ferner wurde mit klangvoller Artikulation und feinsinniger Agogik "Tre körvisor" aus der Feder Stenhammars auf ihre Aussagekraft hin ausgelotet.
Verinnerlichter Gesang überhaupt war das Markenzeichen der weithin bekannten Formation.
Rhein-Zeitung
12.07.2004
...Nach der Pause dann das musikalische Glanzstück des Abends, die "Vier italienischen Madrigale" des 1926 in Wiesbaden geborenen Alfred Koerppen. ... Die Sprache dieser Musik war dem Publikum verständlich, die Genauigkeit der Intonation, die Wortverständlichkeit trotz des langen Nachhalls im Kirchenschiff beispielhaft. Die Ausführung mit ihrer Übereinstimmung von Musik und Text und die Ausgewogenheit der Stimmen überzeugte vollkommen. Das Publikum reagierte auf das Werk mit überwältigender Zustimmung. Der Beifall setzte erst nach sekundenlangem Schweigen ein und dauerte dann, trotz des ehrwürdigen Ortes mit Bravorufen und Pfiffen durchsetzt, minutenlang an.
Nordwest-Zeitung Oldenburg
06.07.2004
...Die Camerata, mit großvolumigen Einzelstimmen gesegnet, glänzt mit üppigem Klang und großer dynamischer Bandbreite. Unter der zupackenden Leitung Reineckes strahlten die "Vier italienischen Madrigale" des Hannoveraner Komponisten Alfred Koerppen klar und prägnant, dramatisch gespannt und ausdrucksgeladen.
Evangelische Zeitung
05.10.2003
...Kammermusik vom Feinsten. Die beschwor allerdings auch die Camerata Vocale unter Leitung von Hans-Dieter Reinecke zum Beispiel mit Resignation, einem geistlichen Lied von Hugo Wolf. Danach setzte die Camerata modernere Akzente mit Kompositionen von Wolfram Buchenberg und Fritz Celis. Rhythmisch fast artistisch und in den Stimmen kompliziert verschachtelt, mit verschiedenen musikalischen Stilen spielend, stellte die Camerata die lateinische Motette Vidi calumnias... von Buchenberg vor....
Gerd Bösenberg